Ein Stadtbezirk stellt sich vor
Sowohl in seiner Größe als auch seiner Flächennutzung erweist sich der 23. Stadtbezirk Allach-Untermenzing als typischer Vorstadtbezirk. Wohnbebauung, Landwirtschaft, Gewerbegebiete, Wald- und Grünflächen prägen das Erscheinungsbild.
Die Bevölkerungsstatistik wurde entscheidend durch die Nachkriegsjahre beeinflußt, vor allem durch die Flüchtlingslager, die bis 1947 existierten. Tausende von Heimatvertriebenen, die nicht mehr zurückkehren konnten oder wollten, blieben und wurden im 38. Stadtbezirk ansässig. Lag die Zahl der Einwohner im Jahre 1939 noch bei 10125, so waren es 1950 bereits 19138 Einwohner. Diese Bevölkerungsexplosion brachte vielfältige Probleme mit sich. Bis 1970 nahm dann die Bevölkerung nur noch um rund 6400 auf 25500 Einwohner zu.
Seitdem ist kaum noch ein Wachstum gegeben. Am 1. Januar 1996 hatte der Stadtbezirk 26714 Einwohner. Seit der Neugliederung der Münchner Stadtbezirke im Jahr 1992 ist Allach-Untermenzing der 23. Stadtbezirk.
Bereits 1992 wurden einige Grenzänderungen vorgenommen, 1996 wurden die Grenzen zum 1. Mai nochmals neu festgelegt, mit dem Ziel, die Abgrenzungen übersichtlicher zu gestalten. Der Stadtbezirk erfuhr dadurch eine Verkleinerung im Nordosten, wo nunmehr die Dachauer Straße die östliche Grenze bildet. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung wrirde der westliche Teil des Rangierbahnhofs München Nord aus dem 23. Stadtbezirk ausgegliedert und dem Nachbarstadtbezirk Moosach angegliedert. Diesen Flächenverlusten steht jedoch ein beachtlicher Flächenzugewinn im Westen gegenüber. Hier bildet jetzt die Müllerstadel Straße in nördlicher Richtung bis jenseits der Güterbahn die Stadtbezirksgrenze.
Bis zur letzten Grenzbereinigung umschlossen die Stadtbezirksgrenzen eine Fläche von 15,93 km2; nunmehr beträgt der Flächenumfang 16,53 km2. Mit etwas mehr als 16 Einwohnern je Hektar ist Allach-Untermenzing einer der am dünnsten besiedelten Münchner Stadtbezirke. Dies ist begründet durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie einen hohen Waldanteil; dazu die Gewerbeflächen von Krauss-Maffei, MAN und MTU.
Wo es im Stadtbezirk noch Bauland gibt, verrät der Flächennutzungsplan. In ihm sind jedoch nur einige Flächen erkennbar, die als Abrundungen bestehender Baugebiete aufzufassen sind. Wie z.B. westlich der Würm, im Bereich der Stieglstraße oder beim Paul-Ehrlich-Weg, wo die Stadtplaner die größte Zunahme der Bevölkerungszahl erwarten: ca. 1000 Wohneinheiten.
Östlich der Würm sind freie Flächen für die gewerbliche Nutzung vorhanden: Ein Bereich schließt sich an das Krauss-Maffei-Gelände im Norden an und reicht bis zur Ludwigsfelder Straße; die östlich an der Ludwigsfelder Straße gelegene Hackersiedlung bleibt weiterhin durch eine Grünfläche vom Gewerbegebiet getrennt. Der andere Bereich für eine künftige gewerbliche Nutzung schließt sich an das MTU-Gelände an der Dachauer Straße an.
Die seit der Industrialisierung von Allach entlang der Bahnlinie vorhandenen Gewerbeflächen sind nicht mehr erweiterungsfähig. So mußte die alteingesessene Firma Orenstein & Koppel Allach aus Platzmangel verlassen, auf dem Gelände befindet sich heute ein Supermarkt. Ebenso sind auf dem »Kirschgelände« nur noch wenige der Betriebe anzutreffen, die sich dort in den 60er Jahren ansiedelten, als das Sägewerk Kirsch aufgegeben wurde.
- aus dem Buch “Allach-Untermenzing, die Geschichte eines Stadtteils” von Dr. Ernst Rudolph -